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Wir hinterfragen Narrative, die dem Morgen im Weg stehen.

Was sind wirtschaftliche Narrative –
und warum sind sie so mächtig?

Narrative sind mehr als nur Geschichten – sie sind Sinn- und Deutungsrahmen, die helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und einzuordnen. Narrative prägen, wie Menschen die Welt sehen, welche Möglichkeiten sie erkennen und welche Entscheidungen sie treffen.

 

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gängiges Narrativ

Naturkapital ist ersetzbar

Wenn Ressourcen knapp werden, finden wir Ersatz.

ehrlicher Blick

Naturkapital ist die Basis

Naturkapital ist nicht beliebig austauschbar. Die Natur liefert in komplexen Zusammenhängen wertvolle Ökosystemdienstleistungen wie sauberes Wasser und Luft. Mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung hängen von intakten Ökosystemen ab. Es ist einfach zu teuer, Blumen mit Robotern künstlich zu bestäuben. Oft ist ein Zusammenbruch von Ökosystemen irreversibel. Wenn natürliche Grundlagen zusammenbrechen, brechen Lieferketten, Ernährungssicherheit und Gesundheit mit.

gängiges Narrativ

Klimaschutz kostet

Klimaschutz und der Umbau zur klimaneutralen Wirtschaft sind teuer. Wir können uns das in Anbetracht der multiplen Krisen und stagnierenden Wirtschaft nicht leisten.

ehrlicher Blick

Nicht handeln kostet mehr

Die Folgekosten des „Weiter so“ sind um ein Vielfaches höher als Investitionen in Klimaschutz. So oder so: Kosten werden auf uns zukommen. Der Unterschied ist, ob wir heute investieren und aktiv gestalten – mit der Chance, Kurs und Tempo selbst zu bestimmen – oder ob wir abwarten und später nur noch reaktiv auf Krisen und Schäden reagieren können.

gängiges Narrativ

Technologie­offenheit ist die Antwort auf die Klimakrise

Wir warten auf Durchbruchstechnologien und müssen diese fördern. So werden wir die Klimakrise bewältigen.

ehrlicher Blick

Es braucht: Technologie & Strukturwandel

Technologie und Innovationen sind unverzichtbar im Kampf gegen die Klimakrise – aber auf sie allein zu setzen, ist riskant. Viele Technologien sind noch nicht marktreif, ihre Wirkung unsicher, ihre physikalische Effizienz gering. Und paradoxerweise wird Technologie oft als Argument genutzt, um nichts zu tun: Unter Verweis auf mögliche zukünftige Durchbrüche werden vorhandene Technologie-Lösungen wie erneuerbare Energien oder Speicher sogar ausgebremst. Deshalb: massive Investitionen in Innovation und gleichzeitig den Umbau bestehender Strukturen angehen.

gängiges Narrativ

Standort Deutschland ist zu bürokratisch

Vorschriften und Prozesse bremsen. Gerade in wirtschaftlich herausfordenden Zeiten, müssen wir Vorschriften lockern, um die Wirtschaft zu entfesseln.

ehrlicher Blick

Stabilität als Standortvorteil

Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit. Verlässliche Regeln, Rechtssicherheit, hohes Bildungsniveau und Forschungskompetenz sind Standortfaktoren, um die uns viele beneiden – gerade in turbulenten geopolitischen Zeiten. Kurzfristige Richtungswechsel erschweren Investitionen, deshalb ist es umso wichtiger, dass die Politik klare Leitplanken setzt, die über Wahlzyklen hinaus Bestand haben. Das ist das Fundament für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

gängiges Narrativ

Wachstum = Wohlstand

Wirtschaftswachstum – ein höheres BIP – sichert Wohlstand. Um den Wohlstand in Deutschland zu sichern, müssen wir uns darauf konzentrieren, dass die Wirtschaft wächst.

ehrlicher Blick

Wohlstand als Zielgröße

Wohlstand als Zielgröße – Wohlstand misst sich an Lebensqualität, Gesundheit, sozialer Sicherheit und intakter Umwelt, aber auch an Innovationsfähigkeit, Versorgungssicherheit und der Fähigkeit, (aktuelle und künftige) Probleme zu lösen und nicht am reinen Mengenwachstum. Fortschritt kann nur sein, was unsere Lebensgrundlage nicht zerstört. Die Frage ist: Welches Wachstum wollen wir?

gängiges Narrativ

Regulierung hemmt Wirtschaft

Regeln und Normen schaden der Wettbewerbsfähigkeit und hemmen Innovation.

ehrlicher Blick

Regeln schaffen fairen Rahmen

Klare und verlässliche Regeln geben Unternehmen Sicherheit und fördern Investitionen. Natürlich kann Regulierung überziehen – dann müssen wir nachjustieren. Aber statt das gesamte Regelwerk und dessen Ziele in Frage zu stellen, geht es darum, Hürden abzubauen, ohne die Leitplanken zu verlieren. So schaffen wir Wettbewerb um die besten Lösungen.

gängiges Narrativ

Transformation ist sozial ungerecht

Entweder Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit. Klimaschutz geht auf Kosten von Geringverdienern.

ehrlicher Blick

Ein Festhalten am Status Quo ist sozial ungerecht

Die Folgen des Nicht-Handelns treffen sozial Schwache zuerst und am härtesten. Wer jetzt umsteuert, kann gezielt soziale Sicherheit und Klimaschutz verbinden. Klar ist auch: Gute Klimapolitik muss sozial gerecht sein.

gängiges Narrativ

Transformation = Deindustrialisierung

Der Weg zur klimaneutralen Wirtschaft schwächt unsere Industrie.

ehrlicher Blick

Transformation stärkt statt schwächt

Festhalten am Alten sichert den Standort Deutschland nicht. Ja, manche Branchen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. In China machte Climate Tech 2024 bereits rund 10 % des BIP aus – ein Viertel des BIP-Wachstums kam allein aus diesem Sektor. Mit Mut zur Erneuerung kann Deutschland als starker und nachhaltiger Standort aus der Transformation hervorgehen. Entscheidend ist, ob wir diese Entwicklung aktiv gestalten – mit klarer Strategie und Investitionen – oder ob wir passiv zuschauen, wie andere gestalten.

gängiges Narrativ

Erst Stabilität der Wirtschaft, dann Klima.

Klimaschutz muss warten, bis die Wirtschaft wieder stabil ist.

ehrlicher Blick

Den Umbau aufzuschieben ist die teuerste Option

Kurzfristig mag es sinnvoll wirken, Klimaschutz hinten anzustellen, um der Wirtschaft Luft zu verschaffen. Das Problem: Man kann ihn nicht aufschieben, ohne die Rechnung zu vergrößern. Wir brauchen einen realistischen Blick: Je früher wir handeln, desto mehr Kontrolle behalten wir über Kosten und Tempo.

Porträtfoto von Maja Göpel
»Das Menschenbild, das hinter den meisten ökonomischen Theorien steckt, ist das eines Egoisten, der in jeder Situation darauf bedacht ist, kühl den eigenen Vorteil zu kalkulieren.«
Prof. Dr. Maja Göpel, Gründerin Mission Wertvoll